Bedingung lieb sein
- Jessi Lui
- 12. Jan.
- 3 Min. Lesezeit
Bedingung lieb sein
Lui wohnt ja mit zwei Damen zusammen. Das ist einerseits meine Sklavin Freya, die von meiner Herrin, ja jeder hat seinen Herrn oder seine Herrin, wusste schon Darken Rahl aus Schwert der Wahrheit, zur Herrin ernannt wurde, und das bin anderseits natürlich ich. Wir waren beim Frühstück, wo Lui rumalberte und doch tatsächlich in einer Hand das Messer und in der anderen Hand den kleinen Teelöffel hielt und mit den Fäusten auf den Tisch schlug:
„Wir protestieren, auf allen Vieren, wir schwitzen wie die Ratten, bei 40 Grad im Schatten.“ Freya warf grinsend einen Blick nach draußen und deutete auf den Hof, wo die nackten Steine froren. „Dir fehlt eindeutig Erziehung!“ Ich sah meine Sub an und sie bemerkte, was sie da gesagt hatte. Sie verzog bei der Erkenntnis das Gesicht und biss sich auf die Lippen. Lui trommelte weiter und wiederholte den Vers. „Wir protestieren, auf allen Vieren, wir schwitzen wie die Ratten, bei 40 Grad im Schatten. Wir wollen zu den Tanten.“ „Tanten?“ Freya blickte mich an. „Er meint Tante Cornelia und Tante Wala.“ „Wala?“, fragte sie scheinbar noch mehr irritiert. Ich lehnte mich zurück. „Wala bedeutet die Frau mit dem Stab, dem Stab auf dem der Zauberstab und das Königszepter beruhen. Sie gilt als Seherin, Prophetin, Scharmanin, Wahrsagerin, hab ich was vergessen, böse Zungen sagen Hexe in der germanischen Mythologie.“ „Lass sie das besser nicht hören.“ Wir beide grinsten uns an. Lui rumorte weiter. „Hexe!“, wiederholte er.
Ich trat hinter ihn und berührte seinen Hals. „Machscheife?“, fragte Freya in einer Sprache, die wir beide aber nicht Lui sprachen, auch wenn er dieses Wort wahrscheinlich kannte. „Ja genau die.“ Ich drückte etwas an Luis Hals und nahm ihm etwas die Luft. „Leider ist der Tisch gerade gedeckt, sonst würdest Du gleich mit den Füßen um Dich schlagen!“, flüsterte ich ihm ins Ohr und ließ ihn einen Atemzug nehmen. „Das machen wir später.“ Er nickte überschwänglich. Wir setzten uns und Lui griff als erstes nach dem Ei, dessen Schale er mit dem Löffel zertrümmerte. Er schien dabei eine Riesenfreude zu haben: „Macht kaputt, was Euch kaputt macht!“ Freya und ich blickten zu ihm. „Da haben wir aber einen Revoluzzer.“ „Gar nicht waaaar!“ , verkündigte es und begann, das Ei von der Schale zu befreien. Ich schob ihm eine Serviette hin, damit er diese nicht auf dem Teller verteilte. Er folgte diesem und pellte das Ei. Danach zerknüllte er sie und warf sie neben den Teller. „Was haben wir gelernt, wo gehört das hin?“ Widerwillig stand mein Gatte, der jetzt zum Kleinkind mutierte auf und brachte die Schale in den Mülleimer. „Du weißt doch, als Du das das letzte Mal dahin gelegt hast, hast Du die Serviette danach noch zum Mund abwischen benutzt und das hat zu einer riesigen Sauerei geführt.“ „Ja Mammi.“ Das kam so frech, dass ich ihm etwas hinter die Ohren gab. Er wollte über den Tisch greifen und sich ein Brötchen nehmen, was dazu führte, dass ich ihm etwas auf die Finger gab. „Das gehört sich nicht!“ Er streckte mir doch tatsächlich die Zunge heraus. Normalerweise hätte ich ein Kind ins Bett gesteckt, aber Lui spielte das Kind ja nur. Ich griff ihn am Schlafittchen und brachte ihn ins Wohnzimmer, wo ich den Wohnzimmertisch von seiner Decke befreite und ein Käfig zum Vorschein kam. „Ab, rein da. Da kannst Du über Deine Sünden nachdenken.“ Er gehorchte und ich schob das Gitter zu. Ich ging in die Küche zurück und setzte das Frühstück fort. Ich unterhielt mich mit Freya über ihr Referendariat bei meiner Freundin Lena in der Anwaltskanzlei. Das ging eine ganze Weile, bis die Tür aufging und Lui hereintrappste. „Mama, mir ist langweilig!“ „Du sollst ja auch Buße tun.“, meinte Freya und fügte etwas in der Sprache von vorhin hinzu. Ich stand auf und griff Lui am Ohr. „Freya, schieb mal das Essen aus dem Weg!“ Sie tat, was ich gesagt hatte und ich ließ Lui sich über den Tisch beugen, und zog ihm die Hose herunter. „Halte seine Hände!“, befahl ich der Sklavin und griff nach einem Rohrstock. „Fünfzig Schläge“, ohne jegliches Aufwärmen dauerten eine Weile, denn ich wollte, dass er jeden Schlag einzeln fühlte. Er hasste den Rohrstock und ich wusste, dass er von meiner Hand träumte, die während den Schlägen durch Streicheln den Schmerz linderte. „Nicht heute!“, verkündete ich Luis unausgesprochene Frage. „Du wirst das so durchstehen!“ Er schrie und weinte. Als die Schläge verteilt waren, nahm ich Lui am Ohr und brachte ihn erneut in den Käfig mit der Warnung, dass er sich gut überlegen solle, ob er nochmal kommen würde, weil ich nicht übel Lust auf eine Trancesession hätte.
Ich ging in die Küche zurück, kochte uns noch einen Kaffee, las mit Freya in der Allgemeinen und so starteten wir ganz langsam in den Sonntag.
Comentários